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Die Mitte - Region Rorschach Ortsparteien Die Mitte Steinach (inkl. Berg)News Erste Million für Badhütte zugesagt
19. Mai 2026 – Die Mitte Region Rorschach organisierte einen Informationsanlass zur Badhütte. Die Idee: Das Thema ausrollen.
Als Rorschacherberger sei er zwar «ein bisschen ein Fremder». Und als Berufstätiger könne er nachmittags nicht an Baustelleninfos teilnehmen. «Die Badhütte interessiert mich aber», sagte Michael Buob am Dienstagabend im Rorschacher Stadthofsaal. Er ist im Vorstand der Mitte Region Rorschach und hatte die Idee, im Anschluss an eine Parteiveranstaltung, einen öffentlichen Informationsanlass «Badhütte Rorschach» zu organisieren. «Das Thema ausrollen», nannte er das und sprach von Betroffenheitsdemokratie.
«Wenn alles verdichtet überbaut wird, braucht’s Möglichkeiten zur Naherholung», sagt Buob und erwähnte den Warteggpark, den Seeuferweg, die Badhütte. «Das ist Lebensqualität. Es geht nicht immer nur um den Steuerfuss.» Nicht laut, aber doch hörbar kam von hinten ein zustimmendes: «Jo, isch wohr». Und noch einmal, als Buob sagte: «Die Badhütte ist elementar für den Wiedererkennungswert von Rorschach».
Buob hat mit seiner Idee bei der Badhütte-Stiftung und beim Badhütte-Verein offene Türen eingerannt, wie er sagte. Mit den drei «B» (Bewusstsein fürs Thema, Begeisterung für die Sache und Beharrlichkeit) gab er quasi die Stichworte für seine Nachredner vor und die Richtung: vorwärts.
Das zeigen beim Verein etwa die Mitgliederzahlen: 304 waren es am Dienstag, davon 179 aus Rorschach, 28 aus Rorschacherberg, 25 aus Goldach, 58 aus der übrigen Schweiz und 4 aus dem Ausland. Letztere lebten alle in London, alle seien Ur-Rorschacher, sagte Richard Lehner, der den Badhütte-Verein präsidiert. Er ist es auch, der die Erinnerungsbücher hütet – und an diesem Abend Bilder daraus zeigte. Ein Wimmelbild etwa, oder das Foto eines Badhütte-Aquarells, das im Haus von Schweizer Auswanderern im amerikanischen Annapolis hängt. Im Buch sind Gedichte zu finden, Postkarten, Fotografien, angekohlte Menükarten und Zeitungsausschnitte. «Erinnerungen an die Badhütte» ist rappelvoll.
Das neue Buch trägt den Titel «Auf dem Weg zur neuen Badhütte». Lehner spricht von Aufbruch und erzählt auch von unerwarteten Spenden, eine davon sechsstellig.
Der Badhütte-Verein ist mittlerweile als gemeinnützig anerkannt. Das heisst, Spenden können von den Steuern abgezogen werden. Das gilt auch für Spenden an die Stiftung, wie Röbi Raths sagte. Der Rorschacher Stadtpräsident ist gleichzeitig Präsident der Badhütte-Stiftung. Auch er erzählte von einem Anruf, der ihn fast umgehauen habe. Auch diesmal ein sechsstelliger Betrag, als Dank für die Unterstützung der Stadt bei einem Bauprojekt, wie er sagt. Wer die privaten Spender sind, will er nicht verraten, lässt sich dann aber eine Zahl entlocken: Eine Million an privaten Spenden und Legaten seien zugesagt. «Zugesagt, nicht eingetroffen», betont Raths.
Die Stiftung ist erst im April gegründet worden, die To-do-Liste noch lang. Unter anderem sollen 50 Stiftungen angeschrieben werden. Schon erteilt ist gemäss Raths der Auftrag an RLC Architekten AG, die Unterlagen für einen 1:1-Wiederaufbau aufzubereiten. Die Baugesuchsunterlagen sollen bis zu den Sommerferien fertiggestellt sein und zur Prüfung an Gemeinde, Kanton und Bund eingereicht sein. Bis zur Baubewilligung rechne die Stiftung mit drei Monaten, wenn alles rund laufe und keine Einsprachen eingehen. Der Baubeginn ist weiterhin für Herbst 2027 vorgesehen, die Einweihung 2028.
Der Badhütte-Verein will in dieser «Geduldzeit» auch mit Veranstaltungen sichtbar sein. «Das ist kein 100-Meter-Lauf, das ist ein Marathon», zitiert Lehner das legendäre Covid-Zitat des früheren Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset. Buob hat passend dazu als Geschenke Apfelsaft («Gibt Kraft») und Red Bull («Verleiht Flügel») mitgebracht.
Text: Jacqueline Schilling aus St.Galler Tablatt, Region Rorschach, 21. Mai 2026, Seite 29